<h3>Der Lebensbaum (Stoclet-Fries), 1905–1909</h3>
<p>Der <strong>„Lebensbaum“</strong> bildet das zentrale Motiv des berühmten <strong>Stoclet-Frieses</strong>, den Gustav Klimt zwischen 1905 und 1909 für den Speisesaal des Palais Stoclet in Brüssel entwarf. Das monumentale Mosaik entstand im Auftrag des Kunstmäzens Adolphe Stoclet und gilt als eines der herausragenden Gesamtkunstwerke des Wiener Jugendstils. Gemeinsam mit den flankierenden Darstellungen <em>„Die Erwartung“</em> und <em>„Die Erfüllung“</em> bildet der Lebensbaum das symbolische Herzstück des Frieses. :contentReference[oaicite:0]{index=0}</p>
<p>Mit seinen weit ausgreifenden, spiralförmig verschlungenen Ästen verbindet der Baum ornamentale Schönheit mit vielschichtiger Symbolik. In zahlreichen Kulturen steht der Lebensbaum für Wachstum, Erneuerung und die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Klimt verknüpfte diese uralte Bildidee mit den dekorativen Formensprachen der Wiener Secession und den schimmernden Goldflächen seiner Goldenen Periode. Die geschwungenen Linien, geometrischen Ornamente und kostbaren Materialien verleihen dem Werk seine unverwechselbare Ausstrahlung und machen den „Lebensbaum“ bis heute zu einem der ikonischen Sinnbilder des europäischen Jugendstils.</p>